Lichtinstallation des Manpuku-ji Tempel

Kyoto, Japon
Lichtinstallation Manpuku-ji
Photo © Yasutake Kondo

Der Ōbaku-san Manpuku-ji-Tempel, der 1661 vom Zen-Meister Ingen Ryūki gegründet wurde, ist ein Tempelkomplex im Stil der chinesischen Ming-Dynastie. Kürzlich zum Nationalschatz erklärt, ist sein gesamtes Gelände sorgfältig als „großer Drache“ gestaltet – ein großartiges Konzept, das bis heute weitgehend unbekannt geblieben ist.

Dieses Kunstprojekt verzichtet bewusst auf reine Dekoration. Stattdessen werden die Tempelanlagen und Gebäude allein durch Licht hervorgehoben – ähnlich wie bei einer Manga-Zeichnung oder einem Gemälde auf tiefschwarzer Leinwand. Ziel ist es, die „vollständige Form des Drachen”, die bei Tageslicht unsichtbar ist, durch die Beleuchtung in der Dunkelheit der Nacht sichtbar zu machen und so den Tempel, wie ihn Zen-Meister Ingen für zeitgenössische Besucher vorgesehen hat, zu visualisieren.

Der Drache, dessen Form im Grundriss des Komplexes angelegt ist, wird durch diese Beleuchtung nachts deutlich sichtbar. Vier Farben werden kunstvoll eingesetzt: Bernsteinfarbene und rote Lichter, die an das Element Feuer erinnern und zentrale Verbindungen symbolisieren, zeichnen die Form des Drachen nach, indem sie geflieste Gehwege (Schuppen), die akkordeonförmige Decke (Bauch) und Steinwege (Rücken) beleuchten. Ein warmer bernsteinfarbener Schein deutet auch auf den „Goldenen Pfad” und die göttliche Verbindung des Drachen hin. Blaues Licht, das den Himmel repräsentiert, hebt die Nationalschatzgebäude und andere Besonderheiten hervor und schafft so das Bild eines im Himmel tanzenden Drachen. Weißes Licht, das das Element Luft verkörpert, füllt die Zwischenräume aus. Vierundzwanzig Arten von Beleuchtungskörpern, darunter 3.000 Laternen, lassen den Drachen dreidimensional erscheinen.

„Licht-Bänke“ aus 400 Stücken Kyoto-Zypressenholz dienen als Fußlichter und symbolisieren die „Wolken“, die den Drachen umhüllen. Diese Bänke sind an sechs Stellen innerhalb des Geländes aufgestellt und schaffen ruhige Orte, an denen Besucher sich in aller Stille mit der Lichtinstallation beschäftigen können.

Durch diese innovative Lichtinstallation wird die tiefgründige Geschichte des Manpuku-ji-Tempels, verkörpert durch den beleuchteten Drachen, den Besuchern von heute anschaulich vermittelt.

Die Gärten und Gebäude des Tempels, die sich tagsüber in ihrer gewohnten Form präsentieren, werden durch die Lichtinstallation in eine neue Dimension gehoben. Ziel ist es, die besonderen Aspekte des Gesamtkonzepts – den sich über den gesamten Komplex erstreckenden Drachen – nachts zum Leben zu erwecken, wie eine Manga-Zeichnung oder ein Gemälde auf dunkler Leinwand. Gleichzeitig werden sorgfältig ausgewählte Details hervorgehoben, die das Erlebnis und den einzigartigen Charakter des Tempelkomplexes prägen.

Überdachte Hauptwege werden von 570 Laternen in rotes Licht getaucht, das das Element Feuer symbolisiert.
Außenwege werden durch ein niedriges Streiflicht dramatisch in Szene gesetzt. Hier treten die charakteristischen Steinfliesen aufgrund ihrer ausgeprägten Plastizität und nuancierten Schattierung deutlich hervor. Sie bilden den sogenannten „Goldenen Pfad“ – dessen Farbe, ein Zeichen der göttlichen Verbindung, im warmen Schein des Feuers als bernsteinfarbener Farbton erscheint und so die Form des Drachen nachzeichnet.

Im zentralen offenen Raum löst sich die ansonsten geordnete Lichtstruktur in eine scheinbar zufällige, chaotische Formation aus unzähligen kleinen Lichtpunkten auf und schafft einen faszinierenden Kontrast zu den starren Geometrien. Ihre Form verkörpert die dynamische Wandelbarkeit elementarer Kräfte wie Wasser, Feuer und Luft.
Die Gebäude mit ihren markanten Dachkonstruktionen und kalligraphischen Inschriften werden durch blaues Licht hervorgehoben. Nach oben hin scheinen sie sich im Himmel aufzulösen, wobei ihre Farbe die Weite des Firmaments symbolisiert.

Die einzigartigen Statuen innerhalb der Gebäude, die tagsüber oft nur schwach zu erkennen sind, werden meist von unten beleuchtet und erstrahlen nachts in Gold und Bernstein.

Lichtinstallation Manpuku-ji
Photo © Yasutake Kondo
Lichtinstallation Manpuku-ji
Photo © Yasutake Kondo
Lichtinstallation Manpuku-ji
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Lichtinstallation Manpuku-ji
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Lichtinstallation Manpuku-ji
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Lichtinstallation Manpuku-ji
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Lichtinstallation Manpuku-ji
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Lichtinstallation Manpuku-ji
Photo © Yasutake Kondo
Planificateurs en éclairage
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Année
2026
Client
Uji City, G8 Research Institute[社団所GG8 Research Institute
Architekten
GENETO Architects

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