Elu Maja
Tallinn, Estland
Am Rande der Altstadt Tallinns – einen Steinwurf vom Hauptbahnhof entfernt – zieht ein Mehrfamilienhaus der besonderen Art die Blicke auf sich. Das dreigeteilte Gebäude «Elu Maja» wagt den Versuch, moderne Architektur in eine historisch gewachsene Umgebung zu platzieren. Bei den fünfstöckigen Gebäuden mit insgesamt 32 Wohnungen handelt sich um ein Projekt von Hayashi–Grossschmidt Arhitektuur, welches das renommierte Büro im Herzen der estnischen Hauptstadt realisieren konnten.
«Im offenen Wettbewerb für das Projekt war es Voraussetzung, dass die ursprüngliche Bebauung mit drei kleineren Gebäuden in die Planung mitaufgenommen wird», erklärt Architekt Tomomi Hayashi im Interview. «Aufgrund der Lage in der Nähe des Stadtzentrums war es den Entwicklern des Areals ein Anliegen, die historische Umgebung zu berücksichtigen.» Um den Anforderungen gerecht zu werden, teilten die Architekten das Projekt konzeptionell in drei Teile: ein Eckhaus und zwei weitere Gebäude in der Strassenachse. Jeder Gebäudeteil verfügt über eine eigene Architektursprache. Auch bei der Auswahl der Materialien wurde auf die historische Bebauung im Kalamaja-Quartier Bezug genommen. Das Eckgebäude des Ensembles sticht sowohl von seiner Gestaltung als auch mit der charakteristischen Fassade hervor. «Für uns war klar, dass wir das Eckgebäude architektonisch und hinsichtlich seiner Materialisierung besonders betonen wollen», so Architekt Hayashi. Mit Blick auf die umliegenden historischen Bestandsbauten stand zuerst der Gedanke an eine Holzfassade im Raum.
Jedoch waren sich die Architekten hinsichtlich der Langlebigkeit dieses Materials unsicher. Die Anwendung von Ziegeln als Fassadenmaterial kannte Tomomi Hayashi von einem früheren Projekt: «Dabei ist mir besonders die horizontale Struktur der Fassade in Erinnerung geblieben, die an Holz erinnert. Der Vorteil ist, dass wir eine unregelmässige Optik mit der Beständigkeit gebrannter Ziegel vereinen können.»
Die Wahl fiel auf den keramischen Fassadenziegel Urban L in der Farbe Frederiksberg der Zürcher Ziegeleien. «Ich war mit dem gelungenen Projekt Krøyers Plads in Kopenhagen von COBE Architects, wo die Fassadenziegel bereits zum Einsatz gekommen sind, vertraut», erinnert sich der 54-Jährige. Besonders die raue Oberfläche und die Unebenheiten des Ziegels, der im basellandschaftlichen Laufen hergestellt wird, hat es dem Architekten angetan. Dennoch musste der Investor erst vom Fassadenmaterial überzeugt werden, denn in Estland ist der Baustoff Ton kaum verbreitet. Die Vorteile einer hinterlüfteten Fassade und einer mechanischen statt einer geklebten Befestigung waren neben der Optik am Ende ausschlaggebend.
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- 2025
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- Architektur
- Hayashi–Grossschmidt Arhitektuur
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