Mühle Grüsch

Mühleweg 9, Grüsch, スイス
写真 © Daniel Ammann Fotografie GmbH

Nachhaltig – vom Rückbau bis zur Energiegewinnung

Das Dorf Grüsch liegt im Kanton Graubünden inmitten einer schönen Landschaft. Die Menschen hier leben nicht nur von Landwirtschaft und Tourismus, sondern auch von der Industrie. Grüsch zählt damit zu den wirtschaftlich aktiveren Dörfern der Region und er-freut sich über eine wachsende Gemeinde. Die Idee, die in den 1930er-Jahren erbaute und direkt beim Bahnhof gelegene alte Mühle in Eigentumswohnungen umzuwandeln, stiess in der Bevölkerung auf Skepsis – vor allem, weil der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum gross ist. Schliesslich kam die Gutgrün AG zum Zuge, ein Projektentwickler mit Fokus auf nachhaltiges Bauen. Der wandelte die Mühle in Mietwohnungen um.

Bereits 2010 wurde die Mühle, deren Ursprünge bis ins 16. Jahrhundert belegt sind, stillgelegt. 2023 begann man mit den Abbrucharbeiten, Ende 2025 wurden die Mietwohnungen bezogen. In den vielen Jahren dazwischen wurden die Räume der Mühle für kulturelle Zwecke zwischengenutzt, daran erinnern auch heute noch Graffitis im Inneren, die trotz Umbau und Sanierung teilweise erhalten wurden und nun die Wohnzimmer dekorieren. Das, was im Kleinen für einen sensiblen Umgang mit dem Vorhandenen zeugt, spiegelt die Haltung der Bauherrschaft gut wider. Die Gutgrün AG versteht sich als Projektentwickler, der Nachhaltigkeit auf allen Ebenen lebt – weit über die Anforderungen eines Minergie-P-Standards hinaus. „Jedes Projekt ist für uns ein Prototyp“, sagt Architekt Markus Wolf, CEO im Architekturbüro Ritter Schumacher und Projektleiter dieses Umbauprojektes. „Doch so konsequent wie in Grüsch haben wir noch kein Gebäude errichten können.“ Das sei nur gelungen, weil alle gewillt waren, so etwas gemeinsam zu entwickeln.

Zertifizierter Rückbau
Das Hauptgebäude der alten Mühle blieb erhalten. Der Anbau aus den 1960er-Jahren wurde durch einen neuen Holzbau ersetzt und an der Stelle des alten Silos steht nun ein elfgeschossiger Turm, der rundum mit Photovoltaik-Modulen verkleidet ist. Diese Fassade signalisiert schon von weitem, wie wichtig der Bauherrenschaft das Thema Nachhaltigkeit ist. Das Energiekonzept der Mühle Grüsch stützt sich vollständig auf erneuerbare Quellen. Eine Photovoltaikanlage an der Fassade und auf dem Dach deckt den Eigenstrombedarf. Für die Wärme sorgt eine Wärmepumpe, ergänzt durch eine zentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung.
Das Thema Nachhaltigkeit zog sich wie ein roter Faden durch den Entwurf und Bauprozess. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die zu Wohnungen umgebaute Mühle wurde durch die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) zertifiziert und erhielt von ihr gleich drei DGNB-Zertifikate: Platin, die höchste Auszeichnung, für den Abbruch, Gold für den Neubau des Turms und Gold für die Sanierung des alten Mühlengebäudes. Noch laufen die Zertifizierungsprozesse für Neu- und Umbau, der für den Rückbau ist bereits abgeschlossen. Die Bauherrenschaft wählte das DGNB-Zertifikat, weil es einen hohen Anspruch an die Nachhaltigkeit stellt, die über das Normale hinaus geht. „Das Normale reicht einfach nicht mehr aus, um wirklich etwas Gutes für die Umwelt zu bewirken“, sagt Architekt Markus Wolf.
Auch beim Rückbau setzten die Verantwortlichen neue Massstäbe: Dass nicht nur der Neubau, sondern auch der Rückbau zertifiziert wird, ist ungewöhnlich. Der alte Turm wurde vollständig rückgebaut und dessen Beton vollständig wiederverwertet. Im neuen Hochhaus bestehen rund 60 Prozent des Betons aus dem recycelten Material des alten Turms, während der restliche rückgewonnene Betonanteil ohne Qualitäts-verlust Verwendung in anderen Projekten findet. So erhielt die Mühle Grüsch schweizweit das erste Rückbauzertifikat.

Maximierung der Energiegewinnung
Etwa die Hälfte der knapp 4000 m2 Nutzfläche ist Neubau, die andere Hälfte wurde umgenutzt und saniert. In dem vierstöckigen Hauptgebäude sind fünfzehn grossen Wohnungen entstanden und in dem elf-geschossigen Turm 37 kleinere Wohnungen. Das ergibt einen guten Wohnungsmix. Jede Wohneinheit besitzt zu dem einen Balkon oder eine Loggia mit einem spektakulären Blick auf die Berglandschaft.
Beim Wohnturm bekleiden die Photovoltaikmodule in unterschiedlich breiten Streifen die Fassaden, beim ehemaligen Mühlengebäude befinden sich die Photovoltaikmodule am Dach. Die Module an der Fassade sind von Swisspearl. Insgesamt sind 518 Sunskin Facade Flat Module an der Fassade verbaut, die eine installierte Gesamtleistung von 155kWp ergeben. Laut Simulation liegt der erwartete Jahresertrag der Fassaden-PV-Anlage bei ca. 85000 kWh.
Doch so einfach, wie es sich Architekt Markus Wolf vom Büro Ritter Schumacher und Bauleiter Johann Vögeli vorgestellt hatten, war die Planung der Fassade keineswegs. Das Problem lag im Brandschutz: Für Photovoltaikanlagen an Gebäuden bis zu 30 m Höhe existieren bislang keine entsprechenden Zulassungen. Erschwerend kam hinzu, dass der Turm nur über eine schmale rückwärtige Strasse erreichbar ist – auf den anderen beiden Seiten verlaufen ein Bach und die Bahngleise.
Gemeinsam mit der Feuerpolizei, dem Hersteller Swisspearl, einem Brandschutzexperten und dem Fassadenbauer suchten die Architekten nach einer Lösung. Dass es letztlich gelungen ist, diese Photovoltaikfassade doch wie gewünscht zu realisieren und generell den hohen Anspruch an Nachhaltigkeit zu erfüllen, liegt auch am gewählten Allianzmodell – einem kooperativen Ansatz, bei dem alle Schlüsselpartner von Beginn an in die Planung eingebunden und Ver-antwortung sowie Risiken gemeinsam getragen werden.

Auf die Frage, warum die Architekten die Photovoltaikmodule von Swisspearl auswählten, antwortet Markus Wolf: „Das ist ein regionaler Partner. Es ist von Vorteil, wenn man mit Leuten zusammenarbeitet, die man kennt. Verlässlichkeit und Vertrauen ist das A und O bei solchen Projekten.“ Und er ergänzt: Die Er-kenntnisse aus dem Projekt strahlen auf alle weiteren Projekte in unserem Büro aus.“

写真 © Daniel Ammann Fotografie GmbH
写真 © Daniel Ammann Fotografie GmbH
写真 © Daniel Ammann Fotografie GmbH
写真 © Daniel Ammann Fotografie GmbH
写真 © Daniel Ammann Fotografie GmbH
写真 © Daniel Ammann Fotografie GmbH
製造会社
Swisspearl Schweiz AG
2025
Project Status
竣工済
クライエント
GUTGRÜN AG
Architekt
Ritter Schumacher AG
Ausführung Photovoltaik
Rieder AG

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