Tonhain

Thorwaldsenstraße 26, Berlin, Deutschland
Tonhain Hauptansicht
Foto © Clara Evens

Tonhain: ein immersives und identitätsstiftendes Lichtkonzept für ein Musikstudio in Berlin

Studio De Schutter entwickelt ein atmosphärisches und hochflexibles Beleuchtungskonzept für Kammermusik, Recording und interdisziplinäre Formate.

Mit Tonhain entsteht in Berlin ein neuer, intimer Ort für Kammermusik und professionelle Audioaufnahmen – ein hybrides Studio-Konzept, das Zukunft und Geschichte miteinander verbindet. Wo einst die „Thorwaldsen-Lichtspiele“ Filme zeigten und später ein sakraler Raum untergebracht war, eröffnet nun ein Konzertsaal mit hochmodernem Recording-Studio und Platz für bis zu 99 Gäste.

Studio De Schutter wurde beauftragt, ein immersives und flexibles Lichtkonzept zu entwickeln, das den besonderen räumlichen und akustischen Anforderungen entspricht und die visuelle Identität von Tonhain maßgeblich mitprägt.

Tonhain vereint professionelle Audioaufnahmen, Kammermusikkonzerte, Masterclasses, Proben sowie multimediale Formate in einem Raum.

Das Kundenbriefing formulierte klare Anforderungen: modern, smart, flexibel, charaktervoll, experimentierfreudig und mit hohem Wiedererkennungswert.

Das Lichtkonzept übersetzt diese Haltung in eine visuelle Sprache: Die Räume wirken warm und atmosphärisch, zugleich technisch präzise und ruhig. Lichtinszenierung, Deckentopografie und akustische Qualität greifen ineinander und erzeugen eine eigenständige, wiedererkennbare Identität.

Die von Tietz & Tietz – Architektur & Design entwickelte Akustikdecke prägt den Raum maßgeblich. Ihre organische Geometrie – ein abgesenkter „See“, flankiert von zwei „Bergen“ – ist zugleich akustisches Instrument und räumliches Leitmotiv.

Diese topografische Struktur definiert die Bedingungen für das Licht. Architektur, Akustik und Beleuchtung wurden daher von Beginn an gemeinsam entwickelt und in einem 1:1-Mockup überprüft. Das Ergebnis ist kein additiver Eingriff, sondern ein integrales System, in dem Licht Teil der baulichen Logik wird.

Die Nutzung des Raums erfordert ein Höchstmaß an Anpassungsfähigkeit. Unterschiedliche Bühnenpositionen, wechselnde Formate und variable Besetzungen verlangen ein Lichtsystem, das sich präzise auf jede Situation einstellen kann – ohne sichtbar in den Raum einzugreifen.

Die Lösung folgt einem klaren Prinzip: maximale Wirkung bei minimaler Präsenz. Durch die Integration beweglicher Lichtpunkte in die Architektur konnte auf klassische Bühnentechnik verzichtet und die Anzahl der eingesetzten Leuchten reduziert werden.

In Kombination mit einer präzisen Steuerung entsteht ein System, das sich intuitiv an unterschiedliche Nutzungen anpasst – und dabei stets im Hintergrund bleibt.

Die atmosphärische Ebene entsteht durch die Integration der Beleuchtung in die Architektur. So verschmilzt Licht mit dem Raum: Es verstärkt die architektonische Idee, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, und macht den Raum in seiner Tiefe erfahrbar.

Neben der gestalterischen Qualität spielt Nachhaltigkeit in allen Projekten von Studio De Schutter eine zentrale Rolle. Austauschbare Komponenten, energieeffiziente Technologien und eine reduzierte Eingriffstiefe sichern eine langfristige Nutzbarkeit.

Die hohe Flexibilität des Systems ermöglicht unterschiedliche Szenarien ohne bauliche Anpassungen – und macht Wandel zum integralen Bestandteil der Planung.

Tonhain Seitenansicht
Foto © Clara Evens
Tonhain Hauptansicht bei spielendem Orchester
Foto © Clara Evens
Tonhain Detailansicht mit Schatteneffekt
Foto © Clara Evens
Jahr
2025
Projektstatus
Gebaut

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