KITA Lingel

Martin-Andersen-Nexö-Strasse, Erfurt, 德国
Perspektive Nord-Ost

LEITIDEE
Der neue Kindergarten wird als ungerichteter zweigeschossiger Holzbau aufgebaut. Unter Berücksichtigung des Baufeldes und der topografischen Gegebenheiten wird der Neubau über dem quadratischem Grundfeld von 30 x 30 Metern nach windmühlenartigem Prinzip angelegt. D.h. vier Gebäudeflügel umlagern gleichrangig das Zentrum des Gebäudes - den Marktplatz.
Er fängt wertvolles Himmelslicht bis in das Erdgeschoss ein und verbindet beide Geschosse in großzügiger Höhe, als Bewegungsraum, mittels Treppenverbindung mit Sitz- und Laufstufen, Podesten, Rutsche etc. sodass ein vielfältiger Interaktionsraum für Auditorium und Akteure geschaffen wird.

ARCHITEKTONISCHES KONZEPT
Die vier Gebäudeflügel umrunden als flexibel belegbare Module das Zentrum des Neubaus.
Das gewählte Konstruktionsraster von 5x5 m ermöglicht eine flexible Raumnutzung der einzelnen Funktionsbereiche. Die entstehenden Modultiefen von 5,00 m „Raumstrang“ + 2,50 m „Versorgungszone“ + 2,50 m Foyer/Spielflurtiefe bis zur zenitbelichteten Mitte von 10 x 10 m sorgen für eine schöne natürliche Belichtung. Die Fugen zwischen den Modulen dienen der allseitigen Erreichbarkeit des Hauses bzw. als Gartenzugänge und Treppenhäuser.
Der Haupteingang unter, rigorosem Dachüberstand, am Zäunemannweg koppelt sich mit den Funktionen Windfang, Kinderwagenraum und Essensraum. Durch deren Nachbarschaft, die Dimension und die Ausstattung mit flexiblen Trennwänden kann der zentrale Bewegungsraum um die vorgenannten Raumbereiche sowie das Foyer erweitert und wahlweise zusammengeschaltet werden. Auf diese Weise wird ein variabler multifunktional bespielbarer Zentralraum geschaffen. Die Galerie im Obergeschoss ist verglast und im Bereich der Treppe vollständig öffenbar.
Im Erdgeschoss wird die Einordnung der Bereiche für Kinder Ü3, im Obergeschoss die der Kinder U3 vorgeschlagen. Die umlaufenden Räume sind baulich so angelegt, dass flexible Raumgrößen gemäß Raumprogramm von 20qm, überwiegend 25qm sowie 30qm erzielt werden können. Diese Anlage und das Konstruktionssystem des Neubaus gewährleisten langfristig die erwünschte Austauschbarkeit räumlicher Konstellationen bspw. bei Veränderung sozialer Strukturen.
Während die Räume des Erdgeschosses genuin Zugang zu den Freianlagen und Terrassen haben, gelangen alle Nutzenden des Obergeschosses in den Freiraum über grosszügige Außengalerien mit Außentreppen - auch Rutschen sind vorstellbar - bis in den Garten.
Neben zwei unabhängigen Treppenräumen, die die jeweils hälftig abtrennbaren Geschosse in Nutzungsbereiche gliedern, sorgen auch die Außentreppen für erforderliche Flucht- und Rettungswege.
Die vollständig fassadenbegleitenden Außengalerien des Obergeschosses liegen im Baufeld, baufeldübergreifend entsprechen sie längenmäßig der 1/3-Regelung der ThürBO.
Der rigorose Dachüberstand wird umlaufend gleichmäßig zum Witterungsschutz des Holzbaus vorgeschlagen.

MATERIAL, KONSTRUKTION & WIRTSCHAFTLICHKEIT
Der Neubau wird im Wesentlichen als Holzbau konzipiert. Auf dem wirtschaftlichen Raster von 5x5 m bauen Stützen und regelmäßige Bauteiltypen (Brettsperrholzdecken, Neben- und Hauptunterzüge unter konstruktions- und brandschutzgerechter Dimensionierung) auf. Langfristig erlaubt die Stützenkonstruktion Nutzungsflexibilität des Hauses. Die Fassade wird über nichttragende Holzständerwände realisiert, die konstruktiv lediglich der Ausfachung dienen. Aussteifende Bauelemente wie Aufzugs- und ggf. Treppenwände, und die Bodenplatte (Gründung) erfolgen als Stahlbetonkonstruktion.
Der Holzbau transportiert sich in das Erscheinungsbild des Hauses. Die lasierte Holzverschalung bekleidet die opaken, hochgedämmten Fassadenelemente geschlossener Wandbereiche, Brüstungen und Deckenscheiben. Das Grid aus wechselnden Fensterbreiten und Geschosskanten prägt ein Fassadenbild mit Prinzip. Modular sind die Fassaden aus Fenstertüren, großzügigen Verglasungen über Sitzboxen und Oberlichtern mit Lüftungsfunktionen angelegt. Textile Sonnenschutzscreens gewährleisten Sonnenschutz „mit Durchblick“. Außenliegende Lamellen über dem Oberlicht sorgen für Sonnenschutz des Zentralraums. Dachüberstände und Galerien geben baulichen Sonnenschutz, Berankungen der Fassadenbereiche sind ebenso vorstellbar. Extensiv begrünte Dächer verzögern die Niederschlagsabgabe in die Retentionsflächen der Freianlagen.
Die Anlage des Gebäudes und die Konstruktionswahl legen vom Grundsatz den Einsatz elementierter, gleicher Bauteile an. Nachwachsende, natürliche, recycelte, recycelbare Baustoffe stehen im Vordergrund bei der Materialwahl. Die Fügung am Bau sollte verbundfrei im Sinne des Urban Mining erfolgen.

Energiekonzeption - LEBENSZYKLUS
Nachhaltigkeit beginnt mit sparsamem Flächenverbrauch und dem Einsatz von so viel Technik wie wirklich notwendig. Die kompakte regelmäßige Bauform ermöglicht eine Reduktion von Außenwandfläche mit nutzungsspezifisch hochqualifizierten und gedämmten Bauteilen.
Die klare Grundstruktur des Baus in Kombination mit der systemischen Stützenkonstruktion bzw. vorgefertigten Holzbauweise sind wesentliche Ansätze für eine wirtschaftliche, solide und dauerhafte Anlage. Natürliche, beständige und ökologische Materialien sollen ebenso zum Einsatz kommen wie eine umwelt- und ressoucenschonende Haustechnik, deren Basis für einen unkomplizierten und wartungsarmen Betrieb im Lowtechprinzip gesehen wird - so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig haustechnisch automatisierte Installation. Die räumliche Anlage des Gebäudes gewährleistet einfache Prinzipien wie natürliche Lüftung, außenliegende Verschattungen, effiziente Wärmedämmungen und - pufferungen, „atmungsaktive“ Wandaufbauten - diffusionsoffen und feuchtigkeitspuffernd etc. Die benötigte Energie für Wärme, Warmwasser und Strombedarf wird primär über die Fernwärme gedeckt und sollte durch Photovoltaik ergänzt, ggf. zwischengespeichert/gepuffert, und vorrangig für den Betrieb des Gebäudes eingesetzt werden. Die Beheizung der Gebäude erfolgt ausschließlich als Flächenheizungen.

FREIANLAGEN
Die Freianlagen für den neuen Kindergarten fügen sich behutsam in die gegebene Topografie des Geländes ein. Der Saum mit den Bestandsgehölzen bleibt erhalten und schafft einen harmonischen Übergang zum beginnenden Steigerwald.
Entlang des Zäunemannweges organisieren sich der Haupteingang zum Gebäude und die notwendigen Stellplätze. Zwischen dem Haupthaus und dem Schuppen gibt es eine Gartenpforte für das bequeme Abholen der Kinder am Nachmittag direkt über den Garten. Eine zusätzliche Gartenpforte befindet sich am südlichen Grundstücksende vis á vis des Steigerwaldes.
In direktem Gebäudeumfeld befinden sich die Sandspielplätze und ein Kleinkindbereich für die U3 Gruppe. Eine Terrasse schliesst direkt an das Gebäude an. Eine Nestschaukel, ein Sandkasten, eine kleine Hütte und ein Balancierbalken ergänzen die Spielmöglichkeiten für die kleinen Kinder.
An der Kinderküche ist Platz für Kräuterbeete, Naschsträucher und gärtnerische Experimente.
Ein Rundweg mit Aufweitungen bündelt sämtliche Spielorte im Garten.
Es gibt einen Wasser- bzw Matschplatz, Wiese für Ballspiele, Hügel mit Klettergeräten und Tunnel.
Versteckt im Saum können auf verschlungenen Pfaden die Baumhäuser und ein Balancier - Parkour erreicht werden. Hütten laden zum verstecken oder Rollenspiel ein.
Das Gelände wird durch Sitzkanten aus Beton leicht terrassiert. Sie dienen als Publikumsplatz für Veranstaltungen. Gegenüber befindet sich am Kindergarten eine größere befestigte Fläche mit einer Feuerstelle und Sitzbänken.
Der Garten wird mit Strauchpflanzungen und neuen Bäumen gerahmt. Sie ergänzen den bewaldeten Saum und begrenzen das Gelände.
Der Garten bleibt im Kern übersichtlich und einsehbar. Viele unterschiedliche Spielsituationen bieten Raum für aktives, bewegtes Spiel und auch Ruhezonen.

Perspektive Nord-West
Perspektive Süd-Ost
Lageplan
年份
2026
项目状态
已建造
Landschaftsarchitekten
WLA

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