Huus Feldhof
Als kraftvoller Solitär in der Weite der Rheinebene setzt das neue Huus Feldhof ein selbstbewusstes architektonisches Zeichen. Das Projekt ergänzt den bestehenden Rundbau mit zwei präzise gesetzten Hofgebäuden zu einer überzeugenden Gesamtanlage mit klarer Identität und langfristigem Entwicklungspotenzial. Die Setzung des Erweiterungsbaus formuliert eine selbstverständlich wirkende Eingangssituation mit gut organisierter Parkierung und Anlieferung. Gleichzeitig entstehen optimale Beziehungen zwischen den öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss und den attraktiven Aussenräumen – ein wesentliches Element heilungsfördernder Architektur.
Die Fassadengestaltung unterstreicht den Dialog zwischen Bestand und Neubau. Während der Rundbau mit seiner vertikalen Gliederung Präsenz zeigt, antwortet der Erweiterungsbau mit einer ruhigen Horizontalität auf die Weite der Landschaft. Die hinterlüftete, lasierte Holzfassade, vertikale Holzlamellen in den Loggia- und Erdgeschossbereichen sowie textile Sonnenschutzelemente vermitteln ein freundliches, warmes und stimmungsvolles Erscheinungsbild. Die Materialisierung verbindet Dauerhaftigkeit mit wohnlicher Atmosphäre – Robustheit und Geborgenheit gehen Hand in Hand.
Im Erdgeschoss sind die Funktionen klar und logisch organisiert. Der nördliche Flügel nimmt Service- und Betriebsräume inklusive Anlieferung auf. Der südliche Flügel öffnet sich als grosszügiger, öffentlicher Bereich mit vielfältig nutzbaren Raumfolgen. Diese sind einladend, flexibel zusammenschaltbar und bieten attraktive Innen- und Aussenraumbezüge. Das innenliegende Foyer und der Andachtsraum werden über gezielt gesetzte Oberlichter effektvoll mit Tageslicht inszeniert. Der Speisesaal ist proportional so angelegt, dass neu auch grössere Veranstaltungen möglich sind – ein wichtiger Beitrag zur sozialen Teilhabe der Bewohnerinnen und Bewohner. Der gedeckte Aussenraum nach Süden stärkt die Verbindung zum Freiraum und unterstützt den Aufenthalt im geschützten Aussenklima.
In den Pflegegeschossen bildet eine zentrale Erschliessungs- und Aufenthaltszone das Rückgrat der Anlage. Von hier aus gruppieren sich jeweils zwei Wohngruppen mit je zwölf Zimmern um grosszügige Innenhöfe. Die zentrale Zone knüpft selbstverständlich an den bestehenden Rundbau an und gewährleistet kurze Wege sowie klare Orientierung. Das Stationszimmer liegt strategisch günstig mit direktem Blickkontakt in beide Wohngruppen und zu den Serviceräumen – eine effiziente Organisation, die Sicherheit und Präsenz vermittelt.
Jede Wohngruppe verfügt über einen eigenen Aufenthaltsbereich mit Loggia. Ergänzt durch zusätzliche Loungebereiche entsteht ein aussergewöhnlich grosszügiges Angebot an gemeinschaftlichen Flächen. Die differenzierten, lichtdurchfluteten Wohnräume orientieren sich nach Süden und Norden. Sie ermöglichen sowohl Blickbezüge in die Landschaft als auch Einblicke ins innere Geschehen des Hauses. Diese Vielfalt an Aufenthaltsorten unterschiedlicher Orientierung schafft individuelle Wahlmöglichkeiten: Rückzug oder Gemeinschaft, Ruhe oder Austausch. Die Architektur unterstützt damit Selbstbestimmung und Wohlbefinden im Alltag – zentrale Aspekte einer altersgerechten Umgebung.
Die klare Struktur mit konsequentem Schachtkonzept sorgt für hohe Flächeneffizienz und wirtschaftliche Realisierbarkeit. Konstruktion und Fassade sind unterhaltsarm konzipiert, der Massivbau konventionell umsetzbar.
Auch die Etappierung ist sorgfältig durchdacht: In zwei gleich grossen Bauetappen entstehen pro Geschoss jeweils drei Einheiten mit zwölf Pflegezimmern, die im Endausbau Pflegeabteilungen mit 24 Bewohnerinnen und Bewohnern bilden. Ein vergrösserter Abstand zwischen Neubau und Bestand sichert dabei die funktionale Qualität. Langfristige Erweiterungen sind östlich des Neubaus nach dem gleichen Organisationsprinzip möglich; selbst ein späterer Ersatz des Rundbaus kann strukturell integriert werden. Diese Flexibilität verleiht dem Projekt eine nachhaltige Perspektive.
Das Huus Feldhof überzeugt als präzise Setzung in der Landschaft, als konsequente Raum- und Erschliessungskonzeption und als atmosphärisch dichte, funktional durchdachte neue Heimat für pflegebedürftige Menschen. Die Architektur schafft Orientierung, Gemeinschaft und individuelle Rückzugsorte gleichermassen – und damit ein Umfeld, das Würde und Lebensqualität im Alter fördert.
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- 2024
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