Hungry Eyes Store Stuttgart

Stuttgart, Alemania
Kalksandstein-Sichtmauerwerk erzeugt mit seiner auffälligen Lochung nicht nur den gewünschten Außenraumcharakter, sondern ist das Erkennungsmerkmal des Stores.
Foto © Julia Ochs

Der Hungry Eyes Store in Stuttgart West ist alles andere als ein gewöhnlicher Brillenladen. Keine zugestellten Schaufenster, keine überfüllten Warenträger. Stattdessen fällt der Blick ungehindert in den puristischen Innenraum, wo Inhaber Thomas Hommerberg seiner täglichen Arbeit als Optiker nachgeht. Schnell wird klar: Hier geht es um mehr als den Verkauf von Brillen.

Innenarchitekt Florian Siegel und Architekt Severin Küppers hatten weitestgehend Gestaltungsfreiheit bei der Gestaltung des Optikergeschäftes. Für Inhaber Thomas Hommerberg war jedoch wichtig, seine Identität und Werte über die Räumlichkeiten widerzuspiegeln einen analogen Kontakt mit den Kunden herzustellen. „Der Kundenkontakt war für ihn das Wichtigste am ganzen Konzept“, erinnert sich Severin Küppers. Sich eine Auswahl an Brillengestellen nach Hause liefern zu lassen wirke bequem, habe für Hommerberg jedoch nur wenig mit einer echten Dienstleistung zu tun. Er wolle mit seinen Kunden ins Gespräch kommen, sie einschätzen und auf dieser Basis ein passendes Brillenmodell anbieten. Eben diese Interaktion sollte bereits von außen wahrnehmbar sein.

Außergewöhnliches Sichtmauerwerk als Teil der urbanen Bühne

Bei ihrem Entwurf legten die beiden Planer daher großen Wert darauf, die Barriere zwischen Außen- und Innenraum möglichst gering zu halten. „Wir haben das Konzept als ‚urbane Bühne‘ gedacht, auf der unser Bauherr als Protagonist zu sehen ist“, erklärt Severin Küpers. „Deshalb setzen wir bestimmende Gestaltungselemente der Umgebung im Inneren fort.“ So wurde der Sandstein im Bereich des Fassadensockels mit dem Bodenbelag im Verkaufsbereich weitergeführt. Die helle Verklinkerung der restlichen Fassade wird in ein Kalksandstein-Sichtmauerwerk übersetzt, das mit seiner auffälligen Lochung nicht nur den gewünschten Außenraumcharakter erzeugt, sondern inzwischen das Erkennungsmerkmal des Stores ist.

Schallschlucksteine als Stilelement

Die Entscheidung für den Kalksandstein, der mit seiner konischen Lochung eher in schallabsorbierender Funktion Verwendung findet, fiel nach längerer Suche. Es sollte ein Material mit urbanem Charakter sein, das sich gleichzeitig für die Anbringung von Warenträgern eignet. Daher hatten Siegel und Küppers zunächst einen Ziegel im Blick. „Sein rötlicher Farbton war uns jedoch viel zu dominant und verputzen kam für uns nicht infrage“, so Florian Siegel. Vielmehr sollte die Reinheit und Echtheit des Baustoffes sichtbar bleiben – ein Kriterium, das für die jungen Planer in direkter Verbindung zur Einfachheit steht, die sich auch in der Gestaltung des Stores wiederfindet. Und so entschieden sie sich schließlich für den Schallschluckstein von KS-Original, der sich mit seiner Tiefe hervorragend zum Mauern ohne aufwändige Unterkonstruktion eignete. „Und letzten Endes trägt er noch dazu bei, dass es trotz größtenteils harter Oberflächen auch akustisch angenehm ist“, ergänzt Küppers.

Guter Ladenbau muss sich transformieren können

Betritt man heute den Store, fühlt man sich nicht wie in einem Innenraum. Das weiße Mauerwerk mit seiner Rundung und minimalistische Möbel erzeugen eher den Eindruck eines Hinterhofes, der sich je nach Bestückung der Wand wandelt. „An dieser Wand ist nichts gebohrt oder geschraubt“, erklärt Severin Küppers. „Auch, wenn der Bauherr sich irgendwann mal entscheiden sollte, andere Produkte zu verkaufen, kann er diese mit dem Stecksystem ganz unkompliziert anbringen.“
Eine neue Welt eröffnet sich hinter der KS-Wand im hinteren Teil des Geschäfts. Hier befinden sich Teeküche, Augenmessung und Werkstatt. Ein Parkettbogen und hohe Decken greifen die Gestalt des Altbaus auf und erzeugen eine private sowie wohnliche Atmosphäre.

Mehr Infos auf https://www.projekt-weiss.blog/projekt/im-dialog-mit-dem-stadtraum

Klare Linien durch weitläufige Einzelregale hinter der Verkaufstheke.
Foto © Erich Spahn
Über eine Treppe erreicht man Teeküche, Augenmessung und Werkstatt.
Foto © Erich Spahn
Große Schaufenster lenken den Blick auf die dahinterliegende Sichtmauerwerkwand mit den dort präsentierten Brillen.
Foto © Julia Ochs
Die verwendeten Schallschlucksteine aus Kalksandstein ließen sich ohne Bohren mit einem Steckregalsystem ergänzen.
Foto © Erich Spahn
Fabricante
KS-ORIGINAL GMBH
Año
2021
Estado del proyecto
Construido
Equipo
Florian Siegel + Severin Küppers https://innenarchitektur-werkstatt.de

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