Sanierung Wohnüberbauung Niklausen

Foto © Gaston Wicky

Die Ende der 1920-er Jahre erstellte Arbeiterwohnsiedlung befindet sich in einem vom Zeitgeist der Zwischenkriegszeit stark geprägten Quartier. Schützenswerte Qualitäten sind die homogene, charakteristische Bebauung und eine einst der Selbstversorgung dienende starke Durchgrünung. Diese sollen mittels einer Quartierschutzordnung erhalten werden. Für eine nachhaltige Entwicklung des Wohnquartiers ist jedoch eine Anpassung an die heutigen Bedürfnisse zu erreichen. In bescheiden geschnittenen 3- und 4-Zimmer Wohnungen werden mittels zusätzlicher Raumverbindungen, Küche, Wohn- und Essraum analog einer Enfilade angeordnet. Den Bewohnern wird somit nebst der funktionalen, kleinzelligen Wohnstruktur, auch eine grosszügige Abfolge fliessender Wohnräume angeboten. Im Innern soll das stimmige, kleinbürgerliche Ambiente durch das sorgfältige Auffrischen und Ergänzen der klassischen Materialisierung erhalten, beziehungsweise wiederhergestellt werden. Türen, Fenstereinfassungen, Lamperien und Zierleisten aus Holz werden in sanften Mélangefarben von den weissen Wänden abgesetzt und prägen mit den naturfarbenen Eichenböden die wohnlich warme Farbigkeit. Die neuen, profilierte Doppelflügeltüren fügen sich selbstverständlich ins Intérieur ein und ermöglichen die Erlebbarkeit unerwartet grosser Raumtiefen in der Wohnung. Der Umgang mit den veränderten äusseren Proportionen, die aus der energetischen Sanierung der Gebäudehü̈lle resultieren, führte zu einer zeitgemässen Interpretation der bestehenden klassischen Fassadengliederung. Die Aussenhaut ist mit unterschiedlichen, abgegrenzten Putzstrukturen materialisiert und wird auch stark von den neuen Metallfensterläden geprägt. An die Häuser werden südseitig leichte, laubenartige Metallkonstruktionen gestellt. Die Bewohner können sich auf korbartigen, mit Metallgeflechten geschützten Balkonen in die neu gestaltete, grüne Umgebung setzten. Die bestehende Bepflanzung des üppigen Grünraums wird in das neue Umgebungskonzept integriert. Die Häuser werden auf grossen Kiesteppichen zusammengefasst und die Siedlung erhält mit einer Heckenbepflanzung einen neuen äusseren Abschluss. Über grosszügige, mit hängenden Kletterpflanzen bewachsene, ellipsenförmige Treppenabgänge, ist die mit neu erstellte Autoeinstellhalle mit der neuen, äusseren Wegführung verbunden.

Foto © Gaston Wicky
Foto © Roy Doberitz
Foto © Roy Doberitz
Architekten
Rothen Architektur GmbH
Jahr
2011
Projektstatus
Gebaut

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