Evangelischer Kindergarten Borby

Borbyer Pastorenweg 1, Eckernförde, Deutschland
Foto © Bernadette Grimmenstein, Hamburg

Erster Platz im offenen Wettbewerb und Realisierung des Entwurfs

Nachdem die bisher genutzten Gebäude sowohl flächenmäßig, als auch qualitativ den Ansprüchen nicht mehr genügten, schrieb die evangelische Kirchengemeinde Borby in Eckernförde Mitte der 1990er Jahre einen Architektenwettbewerb zum Neubau eines Kindergartens aus.

Im Sinne des pädagogischen Ansatzes, sollte das neue Gebäude den Kindern ermöglichen, spielerisch ihre eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Gerade die Entsprechung dieser Aufgabenstellung trug dazu bei, dass sich der eingereichte Entwurf durchsetzen konnte und den ersten Platz belegte. Die Realisierung wurde auf einem innerstädtischen Grundstück im Stadtteil Borby und in direkter Nachbarschaft zum evangelischen Gemeindehaus durchgeführt.

Persönlichkeitsentwicklung in geschützter Atmosphäre

Die Grundidee des Entwurfes war, eine Gebäudeform zu entwickeln, die einen Puffer bildet zwischen „Außen“ – der kalten, harten Welt der Erwachsenen mit Hektik, Verkehr und Autos – und „Innen“ – der warmen, weichen Welt der Kinder mit Ruhe, Geborgenheit und Spiel.

Die nach Südosten orientierten Gruppenräume verfügen über kleine Galerien, vorgelagerte Terrassen und daran anschließende Spielflächen im Außenbereich. So ist die Aufteilung in kleine Gruppen gewährleistet, wobei sich die Kinder Draußen über die Grenzen ihrer Einteilung hinaus kennenlernen und gemeinsam die verschiedenen Bereiche des großzügigen Grundstückes erkunden können. Baulich sind viele Nischen, Verbindungen und weitere Elemente entwickelt worden, die spielerisch dazu animieren, Kreativität, Geschicklichkeit und Teamarbeit zu erlernen.

Organisatorischer Mittelpunkt des ca. 440 m² großen Kindergartens ist eine dreiecksförmige Halle mit Pultoberlicht. Zusammenschaltbar mit einem Mehrzweckraum bietet sie Platz für das Spielen der Kinder, aber auch für Basare, Feste und ähnliche Veranstaltungen.

Natürlicher und ökologischer Materialeinsatz

Großer Wert wurde auf den Einsatz von natürlichen und ökologischen Materialien gelegt. So wurde der Kindergarten fast vollständig aus Naturressourcen wie Holz gebaut und mit einem in der Region typischen rotbraunen Backstein verblendet. Ein besonderes Merkmal stellt die speziell entwickelte Dachkonstruktion aus naturbelassenen, geschälten und massiven Rundhölzern dar, welche von der Unterseite sichtbar gelassen wurde.

Das Gebäude wirkt, als sei es direkt mit der Natur verbunden und bietet kleinen wie auch großen Besuchern eine einmalige Atmosphäre. So können die Kinder die Haptik und Wärme der Hölzer erspüren und eins-zu-eins den Einsatz natürlicher Ressourcen erleben. Die Dächer sind mit einem natürlich bepflanzten Gründach versehen.

Foto © Bernadette Grimmenstein, Hamburg
Foto © Bernadette Grimmenstein, Hamburg
Foto © Bernadette Grimmenstein, Hamburg
Foto © Bernadette Grimmenstein, Hamburg
Architekten
rimpf Architektur & Generalplanung
Jahr
1996
Projektstatus
Gebaut

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