AWS Betriebshof Wangen

Gingener Straße 23 B, Stuttgart, Deutschland
Foto © Zooey Braun

Am Übergang zwischen Wohngebiet im Westen und gewerblich-industriell geprägten Strukturen im Osten liegt das Grundstück des neuen Betriebshofs der Stadt Stuttgart an der Gingener Straße. Die Aufgabe bestand darin, eine präzise Positionierung zwischen diesen gegensätzlichen Kontexten zu finden und die vielfältigen Anforderungen von Tiefbauamt und Abfallwirtschaft trotz begrenzter Flächenverhältnisse funktional wie gestalterisch überzeugend zu lösen.
Das Grundstück gliedert sich in zwei Hauptbereiche: Entlang der Gingener Straße ist das Betriebsgebäude mit zwei Ober- und einem Untergeschoss platziert. Es nimmt sämtliche beheizten Nutzungen auf und dient als baulicher Schallschutz gegenüber dem Betriebshof.

Im südlichen Bereich des Grundstücks liegt quer zur Haupterschließung eine offene, überdachte Fahrzeughalle. Sie beherbergt alle Stellplätze für die Flotte der Abfallwirtschaft am Standort in Wangen sowie die angeschlossenen Werkstätten, das Behälterlager und die Behälterwaschanlage. Die Stellplätze sind in einem platzsparenden System organisiert, bei dem jeweils drei Fahrzeuge hintereinander parken. Insgesamt stehen so 42 Stellplätze zur Verfügung, darunter drei frostfreie für die Behälterwaschwägen.
Die Freiflächen im Norden des Grundstücks stehen für Lagerzwecke zur Verfügung. Die kompakte Anordnung der Baukörper und die optimierte Verkehrsführung reduzieren Rangierflächen und ermöglichen eine klare Zonierung.

Im Erdgeschoss des Betriebsgebäudes befindet sich die Kantine, das erste Obergeschoss beherbergt die Verwaltung, das Archiv und das Kleiderlager. Alle Büro- und Besprechungsräume sind zur Hofseite hin ausgerichtet. Das Untergeschoss enthält Umkleiden, Waschräume, Lager und Technikflächen. Die Tragkonstruktion des Betriebsgebäudes besteht aus einem Stahlbetonskelett mit massiven Erschließungskernen. Die Außenwände sind als hochgedämmte Holztafelbaukonstruktion mit lasierten Lamellen ausgebildet.
Das Fahrzeugdach wurde als Hybridkonstruktion mit Stahlbetonstützen und Holzleimbindern (Spannweite 12 m) umgesetzt. Das Dach ist extensiv begrünt und mit bifazialen Photovoltaik-Modulen ausgestattet, die jährlich rund 292.000 kWh klimaneutralen Strom erzeugen. Die unter dem Dach liegenden Funktionsbereiche – Werkstätten, Lager und Garage – sind als Brettsperrholz- bzw. Holzrahmenkonstruktionen ausgeführt.
Das Materialkonzept berücksichtigt sowohl funktionale als auch ökologische Anforderungen. Der Einsatz von Holz als nachwachsendem Rohstoff leistet einen Beitrag zur Reduzierung von CO₂-Emissionen und entspricht den Nachhaltigkeitszielen der Stadt Stuttgart.

Foto © Zooey Braun
Foto © Zooey Braun
Foto © Zooey Braun
Foto © Zooey Braun
Foto © Zooey Braun
Foto © Zooey Braun
Foto © Zooey Braun
Lageplan
Zeichnung © Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten
Vertikalschnitt
Zeichnung © Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten
Architekten
Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten
Jahr
2025
Project Status
Gebaut
Bauherrschaft
Stadt Stuttgart

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