Um- und Anbau Klostergarten

Repfergasse, Schaffhausen, Switzerland
Fotografia © bürobureau, Zürich

Das Projekt Klostergarten umfasste drei historische Bestandsgebäude in der dicht bebauten Schaffhauser Altstadt: die Häuser „Zum Pomeranzenbaum“, „Zum oberen Wacholderbaum“ und „Zum Wacholderbaum“. Die drei Liegenschaften blicken auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Mitten in der Altstadt Schaffhausens wurden sie einst angrenzend an den ehemaligen Spitalgarten St. Agnesengarten gebaut. Ihre Geschichte reicht bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts zurück. Die Gebäude des Projekts ‚Klostergarten‘ trugen neben den denkmalgeschützten Merkmalen ihrer langjährigen Historie mittlerweile auch weniger schöne Spuren der Zeit. Die Repfergasse, an welcher sich die drei Liegenschaften befinden, bildete in den 1990er-Jahren das Herz der lokalen Drogenszene. Mitte 1990 wurde am Stadtrand eine Drogenanlaufstelle eröffnet. Dies ermöglichte die Etablierung der Gasse zu einem festen Bestandteil der Schaffhauser Ausgangsszene.

Ziel
Das als Co – Housing konzipierte Projekt ‘Klostergarten’ (in Anlehnung an den St. Agnesengarten, der an die Rückseite der Gebäude angrenzt) zielte auf die Sanierung und Renovierung des Bestands in 8 Wohneinheiten und eine gewerbliche Nutzung des Erdgeschosses ab. Zusammen mit vier engagierten Parteien und verbunden durch den Traum, gemeinsam den dritten Lebensabschnitt in der Altstadt zu verbringen, entwickelte das Team von Dost ein stärkendes Nebeneinander von Geschichte und neuen Wohnformen. Ziel war es, sie für die heutigen Ansprüche an Energie und Wohnformen anzupassen und den Bestand zu erhalten oder wortwörtlich teilweise auszugraben. Die drei Liegenschaften sollten zudem die Repfergasse aufwerten und dem Leerstand von Gewerbeimmobilien in der Schaffhauser Altstadt entgegenwirken.

Massnahmen
Die Wohnungen und somit die privateren Bereiche des Konzepts öffnen sich zum St. Agnesengarten hin mit einem Blick ins Grüne. Der Garten bietet Ruhe trotz der dichten Bebauung der Schaffhauser Altstadt. Um die Wirkung der Natur zu verstärken und Innen- und Aussenraum zu verbinden, wurden Loggien aus durchgefärbten Beton angebaut. Sie fügen sich trotz ihrer modernen Form in die Gebäudezeile ein, erweitern die Wohneinheiten und lassen viel Privatsphäre für die Bewohner. Dank des Blicks durch die Balkontüren werden die Innenräume der Wohnungen aufgewertet.
Im Zuge der vollständigen energetischen Sanierung erhielten die Liegenschaften neue dreifach verglaste Holzsprossenfenster, das Dach wurde neu isoliert und der Dachstock ausgebaut. Die Böden wurden zugunsten der Brandschutz- und Trittschallanforderungen entfernt und durch hochwertige Holzböden ersetzt. An einigen Stellen konnte die ursprüngliche Giebelfassade freigelegt werden. Zusammen mit einem Spezialisten wurde bestehende Stuckaturarbeiten repariert, fixiert und wo nötig ergänzt. Zusätzlich wurden alle Wohneinheiten barrierefrei erschlossen. Neben den Innenräumen der drei Gebäude werden auch an den Fassaden zur Gasse und zum Innenhof hin vereinheitlichende und erneuernde Massnahmen ergriffen. Neuer Putz, umfassende Reinigung der Fassadenelemente, Erneuerung der Fenster und Türen sowie die Restaurierung eines historischen Erkers am Haus “Zum oberen Wacholderbaum“ waren Teil dieser Massnahmen. Das Erdgeschoss bietet neuerdings Raum für eine Bürogemeinschaft mit 20 Arbeitsplätzen, einen grossen Gemeinschaftsbereich inklusive Küche und einen Meetingraum.
Zur künstlerischen Aufwertung der Liegenschaft entwickelte die lokale Künstlerin Koni Illustrationen entlang des Treppenhauses. Diese schaffen eine spielerische Verbindung zur lebhaften Geschichte des Gebäudes. Mit ihrer optischen Leichtigkeit und Materialität fügen sie sich in ihre Umgebung ein.

Impact
Das Projekt steht nicht nur für einen architektonischen Neuanfang der Gasse und ihrer Umgebung, sondern zeigt, wie partizipative und alternative Architekturprojekte einen gesellschaftlichen Unterschied machen können. Sie beeinflussen die direkte Umgebung positiv und wirken über die Bausubstanz hinweg in die Gesellschaft. Die Liegenschaften konnten dank des Mitwirkens vieler Beteiligter nachhaltig aufgewertet werden.

Neue Wohnqualität im historischen Gefüge
Fotografia © bürobureau, Zürich
Einblick in eine Wohnung, Essbereich
Fotografia © bürobureau, Zürich
Einblick in Küche mit historischem Stuck
Fotografia © bürobureau, Zürich
Loggien aus durchgefärbten Beton erweitern den Wohnbereich
Fotografia © bürobureau, Zürich
Natürliche Beschattung dank der alten Linde im Klostergarten
Fotografia © bürobureau, Zürich
Detail: Durchgefärbter Beton
Fotografia © bürobureau, Zürich
Illustrationen der Künstlerin Kooni erinnern an den Zustand vor dem Umbau
Fotografia © bürobureau, Zürich
Alt vs. Neu
Fotografia © Dost Architektur
Any
2022
Estat del projecte
Construït
Illustrationen
Kooni
Stuckatur Arbeiten
Andreas Vogelsanger, Schaffhauser Stuck

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